Happinger Glück scheint aufgebraucht

Sonntag, 01 Mai 2016

In einem engen und hart umkämpften A – Klasse Spiel unterlag der ASV Happing bei englischem Wetter dem ASV Kiefersfelden zuhause etwas unglücklich mit 1:2 Toren. 

Das Spiel befand sich gleich von Anfang an auf beachtlichem Niveau. Beiden Mannschaften konnte man ansehen, dass sie mit einem Sieg einen riesen Schritt in RichtungKlassenerhalt gehen könnten.Und so gab es auch gleich vom Anstoß weg gute Offensivaktionen zu sehen. Bereits nach zwei Minuten schlug Routinier Franz Mayer einen Zuckerpass gefühlvoll in den Lauf vom heute offensiveren Michi Bock, der den Ball aber über das Tor abschloss (2.). Ein paar Minuten später bediente Feliciano Ferraro Armin Murecahajic, der allerdings knapp verpasste (9.). Kiefersfelden kam nach elf Minuten zur ersten guten Chance, als Sebastian Jurkeit ein Missverständnis in der Happinger Hintermannschaft ausnutzte, Kasprzyk aber irgendwie noch zur Ecke lenken konnte. Der agile Hugo Both verzog im direkten Gegenzug nach einer Ecke.

Das 0:1 in dieser sehr sehenswerten Anfangsphase gelang dann den Gästen aus dem Grenzdorf: Sebastian Regauer wurde nach einer starken Kombination über die rechte Angriffsseite und Teamkamerad Marcel Wielander angespielt und nutzte das Wirrwarr im Happinger Sechzehner eiskalt aus.
Nach dem etwas schmeichelhaften Führungstreffer der Kieferer neutralisierten sich die Teams weitestgehend. Es entwickelte sich eine im Mittelfeld hart umkämpfte Partie mit etlichen gelben Karten und vielen taktischen Fouls. Happing war optisch etwas überlegen, brachte aber Mitte der ersten Halbzeit den letzten Pass nicht an den Mann. Gefahr gab es oft nur noch durch Standardsituationen, wie in Minute 20, als Meyer einen super Ball auf den heute sehr gefährlichen Michael Bock brachte, dieser aber ans Außennetz köpfte. Kiefersfelden glänzte vor allem durch sehr schnelle Außenbahnspieler, wurde aber zumindest in der ersten Hälfte nicht mehr sehr gefährlich und zwingend.
Happing drang dann etwa zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff sehr auf den Ausgleichstreffer, der dann nach einer Ecke auch gelang. Happing führte kurz auf Hugo Both aus, dieser zog mit Geschwindigkeit in Richtung Sechzehner und schloss zentral ab: Keeper Jonas Hager hatte Probleme den Ball festzuhalten und musste nach vorne prallen lassen, wo Ferraro lauerte und den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich besorgte. Und Happing drang weiter auf das Tor der Kieferer, wieder zeigte Hugo Both seine Klasse im Dribbling und konnte nach 37 gespielten Minuten einen Elfmeter herausholen, als ihn fast die komplette ASV-Hintermannschaft versuchte zu stoppen. Beim anschließenden Elfmeter bewahrheitete sich wieder eine alte Fußballfloskel: „Der Gefoulte sollte niemals selbst schießen“. Both tat es jedoch und traf mit ganz viel Effet und Wucht den linken Pfosten. Nur eine Minute später kam der ASVH dann tatsächlich zum 2:1 durch Micic, doch Schiri Größwang entschied auf Abseits. Mit dem Halbzeitpfiff hatte Happing dann noch eine sehr gute Chance, wieder war es Meyer der Michael Bock suchte und dieser den Ball ans Außennetz beförderte.
Nach der Halbzeit war Happing gefühlt weiter am Drücker, klare Chancen wie ein Versuch von Ferarro nach 50 Minuten waren aber nun eher die Ausnahme. Ferarro scheiterte zwar noch zweimal, einmal am Kieferer Goalie und einmal am Außenpfosten, doch die klassischen 100%er waren im Happinger Spiel nicht mehr da. Eine solche Chance wurde leider nach 58 Minuten von Schiri Größwang unterbunden, als er bei einem langen Pass auf Micic leider zu Unrecht Abseits pfiff.
Das Happinger Kiosk-Team war auf Höhe des letzten Verteidigers und konnte die Aufregung Micics verstehen, allerdings ließ sich dieser dann unnötigerweise zu einer Schiedsrichterbeleidigung hinreißen und schwächte seine Mannschaft, die trotz nummerischer Unterzahl weiter alles probierte.
Die letzten 30 Minuten spielten sich hauptsächlich in der Mitte des Feldes ab, die Mannschaften kämpften um jeden Zentimeter Rasen und schenkten sich nichts. Die beste Chance in dieser Phase hatte dann der Gast aus Kiefersfelden, der einmal mehr schnell über die Flügel spielte, die Rechnung aber nicht mit Keeper Kasprzyk machte, der sich noch einmal mit einem „Mostersave“ (84.) auszeichnen konnte.
Kiefersfelden hatte dann aber den längeren Atem und schlug zwei Minuten vor Schluss durch Birkeneder eiskalt zu, nachdem dieser von einem langen Ball bedient wurde und vollstreckte. Das letzte Aufbäumen und ein paar Eckbälle und ein Freistoß der Happinger brachte letztlich nichts mehr ein. Der ASV ist nun endgültig im Abstiegskampf angekommen.

Der ASV spielte mit: Kasprzyk, Schaletzky, Bock, Kolz, Meyer, Ferraro, Stotko, Andreas Hugo Both, Murecahajic, Micic, Capodeci (75. Kaya).